Vorsicht giftig - Eltern können das Risiko für Vergiftungsunfälle bei Kindern vermindern

djd/nip Babyartikel

(dtd). In Deutschland vergiften sich jährlich mehr als 100.000 Kinder im Haushalt. Nach Angaben der Apothekerverbände müssen rund 20.000 von ihnen im Krankenhaus behandelt werden, etwa 20 bis 40 Kinder sterben sogar. Wo aber liegen die Gefahren und was können Eltern tun, um ihre Sprösslinge zu schützen?

Kleinkinder sind besonders gefährdet

Besonders gefährdet sind Kleinkinder zwischen zwei und vier Jahren. Denn sie lieben es in Küche, Badezimmer, im Keller, Garten oder der Garage auf Entdeckungstour zu gehen, alles in die Hand zu nehmen und in den Mund zu stecken. Die Gefahr für sie, sich dabei zu vergiften, lauert überall. Daher ist es für Eltern, aber auch für Erzieher wichtig zu wissen, wo die Risiken stecken. Gefahrenquelle Nummer Eins sind die Küche und das Badezimmer: Ob Geschirrspülmittel, Waschpulver, Rohrreiniger, Möbelpolitur, Haarfärbemittel, Parfum oder Medikamente: Werden diese Stoffe verschluckt, hat dies für die Kinder schlimme, wenn nicht gar tödliche Folgen. Besonders gefährlich sind Produkte mit haut- und schleimhautverätzender Wirkung wie Abfluss- und Backofenreiniger.

Putzmittel und Medikamente sicher aufbewahren

Das A und O für Eltern sollte also sein, Putzmittel und Chemikalien aller Art sicher aufzubewahren. Dazu gehören kindersichere Verschlüsse bei Chemikalienflaschen ebenso wie Schränke mit einer Kindersicherung. Niemals dürfen Putzmittel in andere Behälter wie etwa eine Saftflasche umgefüllt werden oder in der Nähe von Lebensmitteln aufbewahrt werden. Die oftmals bunte Farbe verlockt die Kinder. Auch das Einatmen der Gase von Haar- oder Deosprays im Badezimmer ist nicht ungefährlich. Bei Medikamenten empfiehlt es sich, sie in einem verschließbaren Hausapothekenschrank aufzubewahren. Am besten vermeiden Eltern sogar die Einnahme von Medikamenten, wenn Kleinkinder dabei sind. In diesem Alter sind "Doktorspiele“ angesagt und die Kleinen ahmen vielleicht nach, was die Großen vormachen.

Auch an die Handtasche denken

Vorsicht: Auch Kopfschmerztabletten oder Zigarettenpackungen in der Handtasche, Alkoholreste in Gläsern oder Zigarettenstummel im Aschenbecher können zur Gefahr werden. Schon kleinste Mengen an Nikotin oder Alkohol rufen Vergiftungen hervor. Kleine Knopfbatterien lassen sich leicht verschlucken, was schmerzhafte Folgen haben kann. Sie können in der Speiseröhre stecken bleiben und dort Druckschäden und Verätzungen mit späteren Verwachsungen hervorrufen.
An viele Gefahrenquellen denken Eltern, doch eines wird leicht übersehen: der Abfalleimer. Alles was wir wegwerfen, kann von den Mädchen und Jungen auch wieder gefunden werden! Kinder vergiften sich aus Neugier und Unwissenheit. Eine unumgängliche Aufgabe für Eltern ist es daher, ihre Kinder möglichst frühzeitig auf Gefährdungen hinzuweisen und dem Alter entsprechend die Situation immer wieder neu einzuschätzen.

Die Gefahr lauert im Garten
Diese Pflanzen sollte man meiden

(dtd). Mit dem Bobby-Car fahren, schaukeln, im Sandkasten buddeln: Das Spielen im Freien macht einfach Spaß. Doch im Garten oder auf dem Spielplatz kann es für Kinder gefährlich werden. Denn einige Blumen und Pflanzen sind zwar eine wahre Pracht und wunderschön anzuschauen, können aber Hautreizungen oder Allergien auslösen oder sind gar giftig. Glücklicherweise schmecken Pflanzenteile und Früchte der gefährlichen Pflanzen nicht sehr gut. Kleinkinder spucken sie oft schnell wieder aus und meist sind die eingenommenen Mengen gering. Vergiftungserscheinungen beschränken sich oft auf Übelkeit oder leichtes Erbrechen. Dennoch sollten Eltern und Kinder wissen, welche Pflanzen gemieden werden sollen. Und während dies bei der Tollkirsche meist noch bekannt ist, herrscht bei anderen Pflanzen Unwissenheit.

Giftige Pflanzen

Eine der giftigsten Pflanzen Europas, die in Gärten häufig anzutreffen ist, ist der Eisenhut. Hier kann es nicht nur durch Verschlucken von Blättern oder Blüten zu Vergiftungserscheinungen kommen. Das Gift Aconitin kann auch über die Haut aufgenommen werden, es genügt schon, wenn die Blätter zerrieben werden. Aconitin führt zu Herzrhythmusstörungen, Krämpfen und Kreislauflähmungen. Zu den sehr giftigen Pflanzen, die im Garten häufig zu finden sind, zählen auch die beliebte Engelstrompete oder Seidelbast-Arten. Giftig sind etwa Fingerhut, Goldregen, Maiglöckchen, Oleander, Rhododendron, Gemeiner Efeu, Kirschlorbeer, Feuerbohnen, die Robinie, Christrosen oder Thujas.
Wer einen Garten und kleine Kinder hat, sollte diese Arten daher möglichst nicht anpflanzen. Ansonsten hilft nur die Aufklärung, damit der Nachwuchs weiß, welche Pflanzenarten gefährlich sind. Für den Notfall immer die Nummer eines Giftnotrufes griffbereit haben.

Garage kindersicher machen

Gefahren lauern auch in der Garage: Denn hier werden häufig neben Fahrrädern und Spielzeug Schädlingsbekämpfungsmittel wie Schneckenkorn-Präparate, Wühlmausmittel, Ratten- oder Mäusegifte, aber auch Frostschutzmittel fürs Auto oder Lampenöle aufbewahrt. Kühlerfrostschutzflüssigkeit kann zu schweren Vergiftungen mit Atmungs- und Nierenfunktionsstörungen führen und das Verschlucken von Lampenölen war in der Vergangenheit bereits mehrfach für Todesfälle von Kleinkindern verantwortlich. Deswegen gilt: Sind Kleinkinder im Haushalt, müssen die Gefahrstoffe sicher verstaut werden.

Bunt und gefährlich
Schadstoffe in Spielwaren

(dtd). Immer wieder werden Eltern von Meldungen über schädliche Schadstoffe in Spielzeug aufgeschreckt. Vor allem Weichmacher, so genannte Phtalate, finden sich in Puppen, Gummibällen, Figuren, bunten Scoupidous oder auch Schwimmartikeln. Besonders für Babys und Kleinkinder, die noch alles in den Mund nehmen, ist dies gefährlich. Mit Speichel werden die Giftstoffe von den Spielzeugen gelöst, sie gelangen in den Blutkreislauf der Kinder und können Leber- und Nierenschäden verursachen. Auch alte Babyflaschen können belastet sein. Denn erst seit 2011 sind die Produktion und der Verkauf von Babyflaschen aus Polycarbonat, in dem der Weichmacher Bisphenol A (BPA) enthalten ist, in der Europäischen Union verboten. Ebenso gefährlich und immer wieder von Prüfern gefunden: Bleihaltige Farben auf Spielzeugautos. Blei kann nicht nur Kopfschmerzen verursachen und Müdigkeit hervorrufen, sondern auch Nerven und Gehirn schädigen.

Auf Prüfsiegel achten

Um ihre Kinder vor diesen Gefahren zu schützen, können Eltern vor allem eines tun: Am besten nur Spielzeug kaufen, das in Deutschland oder in der Europäischen Union hergestellt wurde und auf Güte- und Prüfsiegel achten. Das Siegel "Der blaue Engel“ kennzeichnet etwa unbedenkliches Holzspielzeug. Das GS-Zeichen steht für geprüfte Sicherheit. Das Qualitätszeichen ist freiwillig und wird von unabhängigen Prüfstellen wie dem TÜV vergeben. Es bestätigt, dass die Spielsachen den Anforderungen des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes entsprechen und schadstoffarm sind. Wichtig ist, dass zu dem Siegel ein Prüfinstitut angegeben ist, sonst könnte das Siegel gefälscht sein.

Schnupper- und Rubbeltest

Nicht besonders verlässlich ist hingegen das CE-Zeichen, das alle Spielzeuge auf dem deutschen Markt tragen müssen. Die Hersteller garantieren zwar damit, dass sie alle Richtlinien der Europäischen Union einhalten, allerdings wird diese Garantie nicht von einer unabhängigen Prüfstelle kontrolliert. Aufschriften wie "PVC-frei" oder "Phthalat-frei", geben Hinweis darauf, dass die Spielsachen keine Weichmacher enthalten. Auch das Schnuppern am Spielzeug kann weiterhelfen: Riecht ein Spielzeug unangenehm stechend oder beißend, sollte man lieber die Finger davon lassen. Experten raten auch zu einem "Rubbeltest“ am Spielzeug, um die Speichelechtheit der Farben zu prüfen. Bleibt Farbe am Finger zurück, lieber nicht kaufen.

Ruhe bewahren
Vergiftung bei Kindern: Symptome und Erste Hilfe

(dtd). Vergiftungen sind typische Notfälle im Kleinkindalter und können immer passieren. Für Eltern heißt es dann: Ruhe bewahren, den Sprössling beruhigen und nicht übereilt handeln. Niemals sollte das Kind zum Erbrechen gebracht werden. Es könnten sonst reizende Stoffe wie etwa Lampenöl oder Reinigungsmittel in die Atemwege gelangen und dort zum Ersticken oder einer chemisch bedingten Lungenentzündung führen. Ätzende Substanzen würden beim Erbrechen ein zweites Mal die Speiseröhre passieren. Sollte das Kind von sich aus erbrechen, kann man ihm sanft über den Rücken streicheln und es stützen.

Um das Gift zu verdünnen, kann das Kind ein bis zwei Gläser Wasser, Saft oder Tee in kleinen Schlucken trinken. Bei ätzenden Säuren und Laugen, zum Beispiel Abflussreiniger, sollte dies so schnell wie möglich erfolgen. Milch oder gar Kochsalzlösung sind dagegen tabu! Bei schäumenden Substanzen wie sie in Shampoos oder Reinigern enthalten sind, kann ein Entschäumer, der rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist, helfen. Bei schweren Vergiftungssymptomen muss sofort der Rettungsdienst gerufen werden. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollten ein Arzt, ein Krankenhaus oder die nächste Giftnotzentrale kontaktiert werden. Dabei ist es wichtig, möglichst genau zu beschreiben, welche Substanzen das Kind zu sich genommen hat und in welcher Menge. Reste der Substanzen, Verpackungen und gegebenenfalls Erbrochenes sollten zum Arzt oder in das Krankenhaus mitgenommen werden.

Symptome für Vergiftungserscheinungen können sein:

- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Bauchschmerzen
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Erregungszustände, Halluzinationen, Verwirrtheitszustände
- Beschleunigung oder Verlangsamung des Pulses
- Blässe, gerötete Haut, Hitzegefühl
- Schock
- Bewusstseinstrübung bis Bewusstlosigkeit
- Atemnot bis Atemstillstand oder Herz-Kreislaufstillstand

Giftinformationszentren in Deutschland

Berlin
BBGes - Giftnotruf Berlin
Inst. f. Toxikologie
Klinische Toxikologie und Giftnotruf Berlin
Oranienburger Straße. 285
13437 Berlin
Tel.: 030/19240, Fax: 030/30 686 799
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www.giftnotruf.de/

Bonn
Informationszentrale gegen Vergiftungen
Zentrum für Kinderheilkunde
Universitätsklinikum Bonn
Adenauerallee 119
53113 Bonn
Tel.: 0228/19240 und 0228/287-33211; Fax: 0228/287-33278 oder -33314
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www.giftzentrale-bonn.de

Erfurt
Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder
Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Nordhäuser Str. 74
99089 Erfurt
Tel.: 0361/730 730; Fax: 0361/730 7317
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.ggiz-erfurt.de

Freiburg
Zentrum für Kinder und Jugendmedizin
Vergiftungs-Informations-Zentrale
Mathildenstraße 1
79106 Freiburg
Tel.: 0761/19240; Fax: 0761/270 4457
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.giftberatung.de/

Göttingen
Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg,
Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord)
Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel.:0551/19 240
Fax: 0551/38 31 88 1
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.Giz-Nord.de

Homburg
Informations- und Beratungszentrum für Vergiftungsfälle
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum des Saarlandes, Geb. 9
66421 Homburg/Saar
Tel.: 06841/19240 (Notfall) 06841/1628336 (Sekretariat);
Fax: 06841/1621109
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.uniklinikum-saarland.de/giftzentrale

Mainz
Giftinformationszentrum (GIZ)
der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen
Klinische Toxikologie
Universitätsklinikum
Langenbeckstraße 1
55131 Mainz
Tel.: 06131/19240; oder 0700-GIFTINFO; Infoline: 06131-23 24 66;
Fax: 06131/23 2468 oder 06131/280556
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.giftinfo.uni-mainz.de/

München
Giftnotruf München
Toxikologische Abteilung der II. Med. Klinik und Poliklinik, rechts der
Isar der Technischen Universität München
Ismaninger Straße 22
81675 München
Tel.: 089/19240;
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.toxinfo.org/

Nürnberg
Giftnotrufzentrale Nürnberg
Med. Klinik 1, Klinikum Nürnberg
Lehrstuhl Innere Medizin-Gerontologie, Universität Erlangen-Nürnberg
Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1
90419 Nürnberg
Giftnotruf: 0911/398-2451
Tel.: 0911/398 2665, Fax: 0911/398 2205
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Bild: Kleinkinder nehmen alles in den Mund und sind daher besonders gefährdet für Vergiftungen. Foto: djd/nip Babyartikel

 

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